Wir zahlen nicht für eure Krise... Geld für Bildung statt für Banken

 

Das Salzburger SchülerInnenkomitee meint:

Über 3.000 SchülerInnen streikten am 20. April in Salzburg. Österreichweit waren es über 10.000. Unsere Forderungen richteten sich gegen die Mehrarbeit für LehrerInnen, für eine sozial gerechte Schule und mehr Geld für die Bildung! Doch trotz unseres deutlichen Protestes werden wir weiter ignoriert.

Der verhandelte „Kompromiss“ zwischen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und der Unterrichtsministerin bedeutet deutliche Verschlechterungen sowohl für LehrerInnen als auch für SchülerInnen. So soll es Einschnitte bei den Gehältern geben und die schulautonomen freien Tagen gestrichen werden.

Auch wenn es anders dargestellt wird hat sich die Regierung voll und ganz durchgesetzt. Gegen diesen faulen „Kompromiss“ gingen am Freitag, den 24. April Österreichweit über 60.000 SchülerInnen auf die Straße. Trotz dieser beeindruckenden Zeichen gehen weder die Unterrichtsministerin noch die Führung der GÖD auf die Forderungen der SchülerInnen ein.

Das Doppelbudget 2009/2010 schiebt den Banken weitere 10 Milliarden zu. Gleichzeitig wird bei der Bildung gespart. Und wir sind nur das erste „Opfer“. Die Regierung plant auch im öffentlichen Dienst, im Sozial- und Gesundheitssystem, massive Kürzungen vorzunehmen. Es wurde bereits der Abbau von mehreren tausend Stellen im öffentlichen Dienst angekündigt. Während Banker und GroßaktionärInnen abkassieren, müssen ArbeitnehmerInnen auf Lohn/Gehalt verzichten und werden in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit getrieben. Die Krise soll auf dem Rücken von SchülerInnen, LehrerInnen und ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden – aber wir wehren uns!

In der Bildung darf nicht gespart werden – denn wir SchülerInnen von heute sind die Gesellschaft von morgen. Im internationalen Vergleich liegt die Qualität des österreichischen Bildungssystems bereits jetzt weit hinter dem Durchschnitt. Von der österreichischen Politik wird auf Bildung keine Priorität gelegt und ein viel zu geringes Budget zur Verfügung gestellt. Ohne finanzielle Ressourcen ist es schwierig bis unmöglich, langfristige, effektive Reformen durchzuführen.

Für eine sozial gerechte Schule

Wir sagen nein zu einem System, das den Bildungsweg schon bei der Geburt festlegt und mit zehn Jahren endgültig fixiert. Stattdessen wollen wir eine gemeinsame Schule für alle, in der jedeR individuell gefördert wird und sich entfalten kann. Daher fordern wir: Geld für die Einführung der gemeinsamen Schule (für alle und nicht als 3. Schultyp), kleinere Klassen und Einstellung von mehr LehrerInnen!

Fakt ist, dass...

  • ... dass der faule „Kompromiss“ von Schmied mit der GÖD einen Verrat an den SchülerInnen darstellt.
  • ... die BundesschülerInnenvertretung nicht die Meinung der SchülerInnen vertritt. Ihre Zustimmung zur Streichung der schulautonomen freien Tage bedeutet einen Missbrauch ihrer Funktion als offizielle Vertretung der SchülerInnen.
  • ... weder SchülerInnen noch LehrerInnen Millionen an den Börsen verspekuliert haben – deshalb sind wir auch nicht bereit, die Krise zu zahlen.
  • ... Angriffe auf das Schulsystem vor allem Angriffe gegen uns SchülerInnen sind.
  • ... Einschränkungen im Bildungsbereich erst der Anfang einer Angriffswelle der Regierung im öffentlichen Bereich ist.
  • ... zur Verbesserung des Schulsystems mehr LehrerInnen eingestellt und die Klassen verkleinert werden müssen.
  • ... so lange die Regierung nicht auf unsere Forderungen eingeht, uns nichts anderes übrig bleibt als weiter zu kämpfen!

Millionen streikten in Frankreich. Hunderttausende waren in Dublin, London, Rom, Berlin und Wien auf den Straßen. Überall zeigen die Menschen eindeutig, dass sie  nicht bereit sind die Krise des Kapitalismus und das Versagen der Regierung auszubaden. In Österreich streikten zehntausende SchülerInnen. Doch die Politik ignoriert weiterhin unsere Forderungen. Darum bleibt uns nichts anderes übrig als weiter zu kämpfen.

Wir fordern:

  • Eine sozial gerechte Schule!
  • Keine Streichung der schulautonomen freien Tage!
  • Ein Ende der sozialen Selektion! Für eine gemeinsamen Schule!
  • Offenlegung des Budgets! Wir wollen wissen, wo angeblich nicht genügend Geld vorhanden ist!
  • Statt Milliarden für Banken und Konzerne – Erhöhung des Budgets für Bildung, Gesundheit und Soziales!
  • Verkleinerung der Klassen und Einstellung von mehr LehrerInnen!
  • Mitbestimmung der SchülerInnen in den einzelnen Schulen!
  • Abstimmung aller SchülerInnen über den „Kompromiss“ zwischen GÖD, Schmied und der BSV!
  • Wehren wir uns alle gemeinsam! SchülerInnen, LehrerInnen, Lehrlinge, ArbeitnehmerInnen – Gemeinsam gegen Bildungsraub und Kürzungen im Schulsystem. Für die Aufstockung des Bildungsbudgets und eine fortschrittliche Bildungspolitik!