Salzburg: über 3.000 SchülerInnen sagen: „Geld für Bildung statt für Banken!“
In Salzburg gingen am Montag – dem Tag des bundesweiten SchülerInnenstreiks – über 3.000 SchülerInnen auf die Straße um für ihre Rechte einzutreten. Die Initiative für den Streik in Salzburg ging von der SLP aus. Gemeinsam mit anderen Organisationen (GPA-DJP-Jugend, LSV, AKS, KJÖ) wurde der Streik vorbereitet. Ein großer Teil der Organisation und Vorbereitung des Streiks lag bei der SLP.
Im Vorfeld hatte der Landesschulratspräsident mit negativen Konsequenzen gedroht. Die Streikstunden würden als unentschuldigte Fehlstunden gewertet - das spricht Bände über sein Demokratieverständnis. Radio Salzburg brachte am Morgen des Streiks sogar noch einen dezidierten Aufruf des Landesschulratspräsidenten sich nicht am Streik zu beteiligen. Aber wie es ein Schüler auf der Demonstration ausdrückte: „Wenn man sich hier so umschaut – das dürfte ungefähr 3.000 Leuten völlig egal sein.“
Ab 7:00 morgens standen Streikposten vor den einzelnen Schulen. Sie informierten die SchülerInnen, die sich trotz der intensiven Bewerbung des Streiks im Vorfeld in die Schule bewegten. Ab 8:00 trafen Massen an SchülerInnen am Salzburger Bahnhofsvorplatz. Jede neu dazukommende Schule wurde mit großem Applaus begrüßt. Dabei ist vor allem die Salzburger HTL hervorzuheben, von der über 1.000 SchülerInnen geschlossen an der Demonstration teilnahmen. Die Demonstration war laut und kämpferisch. Viele SchülerInnen nahmen zum ersten Mal in ihrem Leben an einer Demonstration teil und „fanden Gefallen am Widerstand“ – wie es der ORF ausdrückte. Die Demonstration zog lautstark durch die Salzburger Innenstadt. Auf der Staatsbrücke wurde eine Trauerminute für das Bildungssystem abgehalten.
Die Abschlusskundgebung fand am Mozartplatz statt. Dieser war gesteckt voll. Es gab kein Durchkommen mehr für Fiaker und Touristen. Daniel Posch, Schüler der HAK II und Redner der SLP betonte in seiner Rede, dass es „ein Wahnsinn“ sei, dass „den Banken Milliarden in den Rachen geworfen werden, während gleichzeitig an der Bildung gespart wird“. Er erinnerte an die Vielzahl an Protesten in anderen europäischen Ländern und rief zu internationaler Solidarität auf. Tausende SchülerInnen skandierten gemeinsam „Hoch die internationale Solidarität!“
Der Schulstreik in Salzburg war mit Abstand der größte in ganz Österreich. Es war die größte Demonstration in Salzburg seit den Streiks und Demonstrationen gegen den Pensionsraub der blau-schwarzen Regierung 2003. Salzburgs SchülerInnen haben in beeindruckender Stärke klar gemacht, dass sie nicht bereit sind für die Krise des Kapitalismus und die Unfähigkeit der Regierung zu zahlen. Der Kampf für eine gerechte Schule und ein besseres Bildungssystem muss weitergehen – und das wird er auch mit Sicherheit.

