„Nach unserer Meinung fragt keiner, aber keine Meinung macht uns kleiner!“
Zum zweiten Mal in dieser Woche haben Österreichs SchülerInnen gestern, am Freitag den 24 April, gezeigt, dass sie die Sparmaßnahmen in der Bildungspolitik nicht so einfach auf sich sitzen lassen wollen. Österreichweit waren ca. 60.000 SchülerInnen auf den Straßen statt in der Schule - in jedem einzelnen Bundesland hat sich die Zahl der Protestierenden im Vergleich zu Montag unglaublich vervielfacht.
Auch bei uns in Salzburg hat sich die Zahl der streikenden SchülerInnen beinahe verdoppelt. Die offizielle Zahl der Polizei liegt zwar nur zwischen 3.000 und 4.000 Schülern (ähnlich wie bei der Aktion am Montag) jedoch kann jedeR, der oder die dabei war versichern, dass es sich mindestens ca. 6.000 teilnehmende Schüler handeln musste. Manche Schulen blieben vollkommen leer, da die Klassen (vor allem die, die Schulen auf dem Land besuchen) als geschlossene Gruppe am Streik teilnahmen.
Auch im Salzburger Land unterstützen die SchülerInnen mit diversen Kundgebungen und Protestaktionen die Demo in der Stadt aus der Ferne.
Der Hauptgrund, der die SchülerInnen am Freitag auf die Straße brachte, war der Beschluss des Bildungsministeriums den Schulen die fünf schulautonomen freien Tage zu streichen.
Die SchülerInnen trafen sich um 10:00 Uhr vor dem Gebäude des Salzburger Landesschulrates auf dem Mozartplatz in der Salzburger Altstadt für eine Kundgebung, jedoch trafen (sowohl wegen der gewaltigen Kampfbereitschaft der SchülerInnen als auch auf Grund organisatorischer Missverständnisse) über 1.000 SchülerInnen schon um 9:00 am Hauptbahnhof ein, von wo sie dann zum Mozartplatz „umdirigiert“ wurden.
Nach einer kämpferischen Kundgebung mit stürmisch bejubelten Reden setzte sich die Demo gegen 10:30 in Bewegung - in Richtung Hauptbahnhof. Viele selbst gebastelte Transparente mit kreativen Aufschriften schmückten den bunten Zug. Gegen Mittag kam er, nach Verzögerungen durch Sitzstreiks vor Schloss Mirabell und Kiesel, am Bahnhofsvorplatz an.
Leider gab es keinen Lautsprecherwagen und die Megaphone allein reichten nicht aus, um sich von der Spitze des Zuges aus über die ganze Masse Gehör zu verschaffen.
Erfreulich war jedoch, dass so auch weiter hinten einzelne SchülerInnen immer wieder die Initiative ergriffen einen Sprechchor in ihrem Umfeld zu beginnen und Sprüche und Parolen, beziehungsweise einfach nur „Schulstreik!“ zu rufen.
Sachbeschädigung und Probleme mit der leicht überforderten Polizei hielten sich erfreulicherweise eindeutig in Grenzen. Außer ein paar Problemen mit DemonstrantInnen, die Alkohol getrunken hatten und einigen Staus in der Salzburger Innenstadt, für die die SchülerInnen bei ihrem Marsch sorgten, verlief die Aktion reibungslos.
Nach einigen Abschlussreden am Bahnhofsvorplatz (unter anderen von SLP und SchülerInnen-Gewerkschaft) löste sich die Menge in allgemein positiver Stimmung auf.
Die Frage, die wir uns jetzt stellen, war schon bei der Demo, mit einer Anspielung auf unsere Bildungsministerin, deutlich auf einem Transparent zu lesen: „Welche Pläne Schmiedet sie noch?“ Aber eines ist klar: Was auch immer es ist, wenn es Salzburgs SchülerInnen nicht passt, werden sie wiederum ihre wütenden Stimmen erheben und weiter protestieren, bis die Regierung sich Zeit und Geld nimmt auf ihre Forderungen einzugehen.
Den Bericht verfasst hat Elisabeth Brahier, (streikende) Schülerin des Musischen Gymnasiums Salzburg und Mitglied der SLP-Salzburg
